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Die Hormonersatztherapie

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Der Begriff Hormonersatztherapie wird in der Regel für einen Ersatz von Östrogen und Gestagen in den Wechseljahren verwendet. Ebenso wie beim Ausfall z.B. der Schilddrüse oder der Bauchspeicheldrüse die fehlende Schilddrüsenhormon- oder Insulinproduktion durch die entsprechenden Hormone ersetzt werden kann, ist es auch möglich, im Verlauf der Wechseljahre durch die Einnahme von Östrogenen und Gestagenen die nachlassende oder fehlende Hormonproduktion auszugleichen. Mit dem Einsatz solcher Medikamente wird dem Körper etwas zugeführt, was er nicht mehr selbst produzieren kann: die Hormone des Eierstocks.


Alterungsprozesse im Körper lassen sich nicht vollständig unterbrechen, sondern nur verlangsamen. Die Hormonersatztherapie ist kein Jungbrunnen, sondern eine Möglichkeit, dem Körper eine Phase der Umstellung zu erleichtern und positive Wirkungen der Hormone auch in der Zeit nach dem "Produktionsrückgang" zu erhalten.


 

Unterschiede in der Hormonersatztherapie liegen in folgenden Punkten:

Darreichungsformen

  • Tabletten/Dragees
  • Pflaster
  • Gel
  • Tropfen
  • Vaginalzäpfen

 

Wirkstoffe

  • natürliche Östrogene, z.B. konjugierte Östrogene, 17B-Estradiol
  • verschiedene Gestagene

 

Dosierungen

  • niedrig
  • mittel
  • hoch

 

Einnahmeschema

  • Mono-Therpie 
  • Kombinierte Therapie
  • sequentiell
  • kontinuierlich

 

Frauen mit Gebärmutter

Bei den verschiedenen Einnahmeschemata sind einige Punkte zu beachten. Vor allem ist hierbei zu berücksichtigen, dass eine Frau mit Gebärmutter zwingend - zusätzlich zu den Östrogenen - auch Gestagene einnehmen muss (kombinierte Therapie).

 


Frauen ohne Gebärmutter

Frauen ohne Gebärmutter können entweder nur Östrogene (Mono-Therapie) oder eine Östrogen-Gestagen-Kombination einnehmen.

 


Jüngere Frauen

Jüngeren Frauen kann eine so genannte sequentielle Therapie empfohlen werden, die den weiblichen Zyklus nachahmt. Dabei werden zunächst Östrogene alleine und in der zweiten Zyklushälfte Östrogene in Kombination mit einem Gestagen gegeben. Nach Beendigung der Östrogen-Gestagen-Einnahme kommt es in der Regel zu einer Blutung, die auch dann eintritt, wenn die Östrogeneinnahme nicht unterbrochen wird. Frauen, bei denen die letzte körpereigene Blutung schon einige Jahre zurückliegt, können die Hormonersatztherapie sowohl sequentiell als auch kontinuierlich kombiniert einnehmen. Letzteres bedeutet, dass eine Östrogen-Gestagen-Kombination ohne Unterbrechung genommen wird. Dabei kommt es nach einigen Monaten zu einer Blutungsfreiheit.

 


Für jede Frau

Eine Hormonersatztherapie muss immer sehr individuell auf die einzelne Frau abgestimmt werden. Jede Frau ist anders und braucht daher auch eine individuelle Therapie, die ihren Ansprüchen gerecht wird. Die Frage, ob eine Hormonersatztherapie für jede Frau der richtige Weg ist, muss individuell entschieden werden. Welche Therapie für Sie die Richtige ist, sollten Sie immer mit der behandelnden Frauenärztin / dem Frauenarzt besprechen.
Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass die Einnahme natürlicher Östrogene Wechseljahrsbeschwerden und gesundheitliche Risiken mindert und so die Weichen für das Wohlbefinden bis ins hohe Alter stellt.